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Supermarkt-Ranking: Umweltversprechen im Check

Supermarkt-Ranking: Was bringen die Umweltversprechen?

Letztes Update: 08. Februar 2024

Supermarkt-Ranking zeigt: Deutsche Superm├Ąrkte wie Aldi und Rewe tun zu wenig gegen Pestizide. foodwatch fordert klare Strategien f├╝r pestizidfreie Getreideprodukte.

Supermarkt-Ranking: Deutsche Ketten im Umwelt-Mittelfeld

Die Ergebnisse des neuesten Supermarkt-Rankings k├Ânnten f├╝r deutsche Einzelh├Ąndler kaum ern├╝chternder sein. Im europ├Ąischen Vergleich landen sie nur im Mittelfeld, wenn es um Umweltschutz und den Einsatz von Pestiziden geht. Diese Bilanz zieht die Verbraucherorganisation foodwatch, die den gro├čen deutschen Supermarktketten wie Aldi und Rewe Greenwashing vorwirft. Die Kritik: Zu wenig Engagement bei der Reduktion von Pestiziden in der Produktion von Getreide, Obst und Gem├╝se.

Supermarkt-Ranking offenbart Defizite im Umweltschutz

Das von foodwatch ver├Âffentlichte Ranking zeigt auf, dass die meisten Superm├Ąrkte weder eine klare Strategie zur Pestizid-Reduktion verfolgen noch ausreichend ├╝ber den Einsatz von Pflanzengiften bei ihren Zulieferern informiert sind. Die Forderung der Organisation ist klar: Superm├Ąrkte sollen nur noch Getreideprodukte anbieten, die pestizidfrei produziert wurden.

Greenwashing statt echter Fortschritte

Die Praxis des Greenwashings wird von foodwatch scharf kritisiert. Trotz gr├╝ner Werbeversprechen und Nachhaltigkeitssiegeln bleibt der Einsatz hochgiftiger Pflanzengifte auf den Feldern bestehen. Die Folgen f├╝r Umwelt, Klima und Artenvielfalt sind gravierend. Die Superm├Ąrkte m├╝ssen nach Ansicht von foodwatch den Einsatz von Pestiziden, insbesondere im Getreideanbau, drastisch reduzieren.

Strategien zur Pestizid-Reduktion unzureichend

Im Rahmen des Supermarkt-Rankings wurden Handelsketten zu ihren Strategien und Ma├čnahmen befragt. Einige, wie Edeka, erkennen zwar das Problem, konzentrieren sich aber lediglich darauf, die Pestizid-R├╝ckst├Ąnde in den Endprodukten zu reduzieren. Die Notwendigkeit, den Gebrauch von Ackergiften bereits beim Anbau zu senken, wird weitgehend ignoriert. Dies ist besonders problematisch, da auf Getreide wie Weizen und Gerste rund 45 Prozent des Pestizideinsatzes in Deutschland entfallen.

Migros als Vorbild im Supermarkt-Ranking

Die Schweizer Handelskette Migros sticht als Testsieger hervor. Migros bietet bereits jetzt in jeder Getreidekategorie pestizidfreie Produkte an und unterst├╝tzt Landwirt:innen bei der Umstellung auf pestizidfreien Anbau. Das ambitionierte Ziel: Bis 2030 soll das gesamte Sortiment ohne Pestizide auskommen. Ein Beispiel, das zeigt, dass ein pestizidfreier Supermarkt realisierbar ist.

Bioprodukte allein sind nicht die L├Âsung

Obwohl die Strategie, mehr Bioprodukte anzubieten, von foodwatch begr├╝├čt wird, ist dies allein nicht ausreichend. Verbraucher:innen sollten unabh├Ąngig vom Preis Produkte ohne Pestizideinsatz finden k├Ânnen. Nur so l├Ąsst sich eine gesunde Ern├Ąhrung sicherstellen und ein Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt und des Grundwassers leisten.

Forderungen f├╝r ein verbessertes Supermarkt-Ranking

Foodwatch stellt klare Forderungen an die Superm├Ąrkte: Die Umstellung auf ein komplett pestizidfreies Getreidesortiment, eine Beschaffungspolitik, die pestizidfreie Produkte bevorzugt, und die Ver├Âffentlichung von Daten zum Pestizideinsatz. Diese Schritte sind entscheidend, um im n├Ąchsten Supermarkt-Ranking besser abzuschneiden und einen echten Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

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Zudem ist das Bewusstsein f├╝r nachhaltige Landwirtschaft und die Unterst├╝tzung lokaler Produzenten ein wichtiger Schritt hin zu einer umweltfreundlicheren Zukunft. Die F├Ârderung regionaler Produkte hilft, Transportwege zu verk├╝rzen und die CO2-Bilanz zu verbessern. Erfahren Sie mehr ├╝ber die Vorteile der Unterst├╝tzung lokaler Landwirtschaft am Beispiel der Regionalen Kartoffel, die zeigt, wie lokale Produkte den Einzelhandel und die Umwelt positiv beeinflussen k├Ânnen.